Montag-Konzert10.4.: Konzert.... ohne Frack

hieß es am heutigen Sonntag, dem 10. April 2016, um 16.00 Uhr wieder einmal im Saal des Bürgerhauses in Bissendorf. Unter dem Motto „Junge Talente und Freunde musizieren“ zeigten ausgewählte Musiker aus ganz Nordddeutschland ihr Können. Zu Gast war auch das Kammerorchester Concertino Lingen.

Die Karl-Montag-Gesellschaft,die den etwa 70 Anwesenden noch einmal durch ihren Vorsitzenden Dr.Christoph Schwab vorgestellt wurde, will insbesondere jungen Menschen, die sich der Musik verschrieben haben, ein Podium zum Auftreten bieten. Neben dem Kammerorchester Concertino Lingen unter der Leitung des Dirigenten Dirk Kummer, das schon des Öfteren erfolgreich in Bissendorf aufgetreten ist, stellten sich heute auch junge Musiker aus der Region vor. Hierbei arbeitet die Gesellschaft eng mit den Musikschulen Isernhagen & Burgwedel und Wedemark zusammen. Das präsentierte Programm reichte von der Klassik bis zum Tango: Es erklangen u. a. Werke von Purcell, Händel, Gluck, Schubert, Bernstein und Jenkins. Mit dem Palladio von Karl Jenkins begann auch das Konzert. Die Konzertfolge und die Künstler entnehmen Sie bitte dem  Programm.
In der Pause konnte man zwei der Karl-Montag-Geigen begutachten. Alessandro Günther, ein Bissendorfer Student des Lehrfaches Musik und Englisch, bekam von Dirk Kummer eine Violine in die Handgedrückt zum Ausprobieren und fand Ton und Gefühl einfach Spitze. Nach der Pause zeigte Frau Dr.Sonja Stöve, was so eine Piccolo-Trompete hergibt, bevor Sebastian Rohde dem Klavier Georg Gershwins mit "I´ve Got Rhythm" einen Lieblings-Klassiker des Autors entlockte. Natürlich entließ das begeisterte Publikum die Akteure nicht ohne Zugaben, als da waren das Filmthema "Romeo und Julia" von Nino Rota und Schluss mit lustig war es am Ende mit Air von Bach.
Im Anschluss ans Konzert ludt die Karl-Montag-Gesellschaft zu einem Sektempfang. Natürlich gab es auch die Möglichkeit zu einem Rundgang im benachbarten Museum. Heute feiert dort nämlich die neu installierte Videoanlage ihre Premiere.
Eine weitere Aufgabe der Karl-Montag-Gesellschaft e.V. ist es, das Andenken an den Geigenbauer Karl Montag (1917-1982) zu bewahren und seine künstlerischen Leistungen der Öffentlichkeit bekannt zu machen und zu halten. Außerdem fördert sie in ihren Konzerten -so wie heute- ausgewählte junge Künstler, indem sie ihnen die Möglichkeit gibt, sich dem Publikum vorzustellen.
Erst mit 40 Jahren konnte Karl Montag seinen Traum verwirklichen und sich dem Geigenbau widmen. Er zog sich vom normalen Leben zurück und bewohnte unter ärmlichen Bedingungen eine recht spartanische, kleine Wohnung im Gemeindehaus in Bissendorf-Wietze. Dort befand sich auch seine Geigenbauwerkstatt, in der er danach forschte, an die Traditionen der italienischen Geigenbauer des 17. und 18. Jahrhunderts anzuknüpfen.
Hier und später in Warpe bei Nienburg schuf das „verkannte Genie“ pro Jahr eine Geige - 19 Stück insgesamt. Die unvollendete 20. Geige ist in unserem Richard-Brand-Heimatmuseum ausgestellt, in dem Montag – dank der Gemeinde Wedemark - zwei Räume gewidmet sind. Dort hängt auch ein von dem vielseitigen Künstler gemaltes Portrait des Meistergeigers David Oistrach. „Die Montag-Geige klingt gut, weich, ausgeglichen und genügend stark; der Ton ist hervorragend und edel“ hatte dieser legendäre Geiger Karl Montag zu seiner erfolgreichen Arbeit beglückwünscht.
Auch Igor Oistrach, Lord Menuhin, Gidon Kremer und der hannoversche Violinprofessor Werner Heutling lobten seine Instrumente – im Gegensatz zu vielen professionellen Geigenbaumeistern, die Montags Arbeit häufig nicht verstanden oder nicht verstehen wollten.
Immerhin wurde Montag mit einem Stipendium des Bundespräsidenten ausgezeichnet. Dies half ihm über einige Alltagssorgen hinweg – denn aus seinem Können „klingende Münze zu machen“ war ihm nicht gegeben. Der Karl-Montag-Gesellschaft stehen im Moment drei Montag-Geigen zur Verfügung, die ständig an junge Musiker verliehen werden.
Hier das heutige Programm als  pdf  und eine Bilderserie.   Wer mehr über Karl Montag wissen will, wird bei Wikipedia  hier  fündig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Karl-Montag-Gesellschaft, benannt nach dem autodidaktischen Geigenbauer Karl Montag hier aus der Wedemark, genau genommen aus Kleinburgwedel-Wietze, widmet sich der Aufgabe, Kinder an die Musik heranzuführen. Bei besonderen Talenten wird sogar eine der Montag-Geigen als Übungsinstrument zeitweise zur Verfügung gestellt.

Heuer nun hatte die Karl-Montag-Gesellschaft  viele junge Talente nach Bissendorf ins Bürgerhaus eingeladen, um den etwa 100 Zuhörern, die gekommen waren, zu zeigen, was diese Talente können.
Nach der Begrüßung durch Dirk Kummer, dem Sprecher der Gesellschaft und zugleich stellv. Leiter der Musikschule Emsland, sollte es zügig losgehen und so spielte als erste Gruppe das "Concertino Lingen" mit Dialiana Michailov am Cembalo das Allegro in D für Streicher von Antonio Vivaldi unter Kummers Leitung. Danach hörten wir die Geschwister Imke Vosberg (10) und Matthis Vosberg (12), einen begnadeten Pianisten, mit "Hard Line" aus "Pictures". Die folgende Sonata C-Dur von Donizetti spielten Rena Pietzsch (18), Querflöte, in Begleitung durch Henrike Wöhler (19) aus Fuhrberg. Und dann brillierte noch einmal Matthis Vosberg mit "Süße Träumerei". Leider war der dann eingeplante Künstler Luca Haubold, Gitarre, erkrankt und somit entfiel die "Fantasie über Grennsleeves" - aber wer Fantasie hat........... Dann trat das Familien-Trio Kropik mit Vater Helge und Tochter Merle, Violine und Tochter Imke, Viola, an und begeisterte das Publikum. Das Querflöten-Ensemble der Musikschule Isernhagen-Großburgwedel unter der Leitung von Nicola Bodenstein-Polito intonierte danach zuerst Bourrée von Bach und dann den "Spanish Love Song". Die Pause gab Gelegenheit zu vielerlei Gesprächen, mit und ohne Glas in der Hand. Es war klar, dass nach Ende des Konzerts noch das Museum geöffnet würde, um die Arbeiten "en detail" von Montag im Museum anzusehen, immerhin sind ihm und seiner Arbeit zwei Zimmerchen gewidmet. Nach der Pause spielten Nathalie Wolff und Pia Echtermeyer, Blockflöte sowie nochmal Dialiana Michailov am Cembalo von Vivaldi das Trio (Concerto) in g-moll. Mit Ludwig von Beethoven und seiner Mondscheinsonate (1.Satz:Adagio) spielte sich Annalena Plenefisch am Klavier in die Herzen der Zuhörer. Mit Johann Sebastian Bach und seinem Konzert d-moll für 2 Violinen und Streicher sowie Basso continuo unter Leitung erneut von Dirk Kummer, zeigten die jungen Künstler vom Concertino Lingen und Vater Helge und Tochter Merle Kropik sowie erneut Diliana Michailov am Cembalo noch einmal ihr ganzes Können und wurden mit großem Applaus (es gab noch 3 Zugaben) verabschiedet. Dieses Konzert zeigte die Einbindung von jungen Künstlern aus dem Emsland mit Musikschülern aus Isernhagen-Großburgwedel und auch der Musikschule Wedemark. Um zu zeigen, wie sich Montag-Geigen anhören, die selbst David Oistrach in der Hand hatte, spielten Helge Kropik und Dirk Kummer einen Satz von Telemann  und begeisterten die Zuhörer.   Hier eine Bilderschau   des Konzertes

Wie schon weiter oben angemerkt, machten sich doch noch etliche Besucher auf ins nahe Museum, um Bauteile von Geigen, Zeichnungen, das ganze Werkzeug und mehr dieses Autodidakten sich anzusehen.
Es war vor allem schön, dass seine Lebensgefährtin Ursula Haug, natürliche Vermächtnis-Bewahrerin von Montag, die Besucher selbst über seine Arbeiten informieren konnte.

Wer mehr über Karl Montag und seine Arbeit und sein Leben wissen will, kann das Richard-Brand-Heimatmuseum zu den bekannten Öffnungszeiten besuchen.
Noch mehr über Karl Montag findet man hier in Wikipedia.